Korsika – Teil 3: Calvi – Corte – PortoVecchio – Bonifacio – Bastia

 

Nach ein paar herrlich entspannten Tagen in und um Calvi, machen wir uns auf den Weg ins Landesinnere. Was auf Korsika wirklich beeindruckt, sind die abwechslungsreiche Landschaft und die vielfältige Natur auf geografisch kompaktem Raum. Und so ziehen wir von den Traumstränden um Calvi, in nur wenigen Fahrstunden direkt ins „Gebirge“ bei Corte um. Der höchste Gipfel Korsikas liegt immerhin auf 2706 Metern Seehöhe. Da kommt Freude auf.

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Corte selbst liegt auf rund 450m und eben mitten im Gebirge und dementsprechend erholsam ist das Klima, vor allem in der Nacht.

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Anders unter Tags. Wanderungen in den Bergen rund um Corte sind zwar landschaftlich unglaublich schön, aber bei Temperaturen teils über 40°C im nicht bewaldeten Fels, außergewöhnlich anstrengend. (Gilt jedenfalls im Hochsommer)

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Da ist ein erfrischendes Bad in den häufig vorkommenden Quellwasser-Bassins immer willkommen.

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Corte, vor allem die Altstadt, besticht durch sehr viel Flair und einem entschleunigten Lifestyle, wirkt aber trotzdem nicht altbacken. Möglicherweise liegt es auch daran, dass es eine Universitätsstadt ist, Korsikas einzige im übrigen. Besonders angenehm: Von unserem Campingplatz Chez Bartho aus, sind es nur wenige Gehminuten ins Zentrum.

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Genauso lieben wir das: bei regionaler Live-Musik und einem kühlen Getränk im Gastgarten eines Pubs verweilen und die Atmosphäre genießen.

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Der Campingplatz „Chez Bartho“ gehört mit zu den besten auf denen wir bisher unser Lager aufgeschlagen haben. In einschlägigen Onlineplattforen, wird das von der Mehrheit allerdings (mit 2 Sternen) ganz anders bewertet. Die Anlage ist eben nur sehr rudimentär ausgestattet und sehr weit weg von heute oftmals gefragtem „Glamping„. Erreichbar ist der Platz nur über eine enge Brücke, für die unser VW-Bus gerade schmal genug ist. Die Stimmung am Gelände ist irgendwo zwischen Kleinfestival und Basislager einzuordnen und wird von Bergwanderern, Individualreisenden und naturverbundenen Familien geprägt.

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Ein absolutes Highlight ist der direkt durch das Gelände fließende, glasklare Gebirgsbach mit Sandstrand und Blick auf die Zitatelle, hinter der die Altstadt liegt.

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Nachdem es uns hier so außergewöhnlich gut gefällt, bleiben wir ein paar Tage und haben daher Zeit neben unseren Aktivitäten auch einfach mal die Seele baumeln zu lassen.

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Als wir nach ein paar Tagen wieder weiterziehen, kommen wir Stunden lang nicht mehr aus dem Staunen raus. So atemberaubend wie abwechslungsreich ist die Landschaft durch die wir uns bewegen, vom Zentrum der Insel über Porto an die Westküste.

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Weiter geht es durch die berühmten Les Calanques nach Piana, in dessen Nähe wir, einem Geheimtipp folgend, einen wirklichen Bilderbuchstrand entdecken. Über eine undenkbar enge und steile, nur schwach befestige Straße gelangen wir an den Plage de Ficajola.

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Ein perfekter Platz zum Herumklettern bzw. Klippenspringen (zu sehen in unserem Video), oder einfach nur das glasklare Meer zu genießen.

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Unser Nachtlager, schlagen wir dann gleich in der Nähe am Camping D’Arone auf. So bescheiden der Campingplatz, so beeindruckend die gleichnamige Bucht.

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Diesmal ziehen wir gleich am nächsten Tag weiter in Richtung Süden durch Ajaccio und dann noch einmal über die Pässe im Zentrum der Insel nach Porto-Vecchio.

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Wie  bereits an anderer Stelle erwähnt, nehmen die meisten Campingplätze auf Korsika keine Reservierungen entgegen, was grundsätzlich gut für uns Reisende ist, weil dadurch nicht über Monate im voraus alles ausgebucht ist. Anders im sehr touristischen Südosten der Insel. In Porto-Vecchio finden wir keinen einzigen halbwegs annehmbaren (weil schattigen) freien Platz. Was mit einer sehr mühsamen Suche beginnt, wird sich letztlich in ein Best-Case-Szenario verwandeln. Als wir uns bereits nach einer Notlösung umsehen, treffen wir auf Lory. Er betreibt direkt am berühmten Strand von Palombaggia ein großzügiges Parkareal, wie gemacht für Abenteurer. Hier gibt es kaum Infrastruktur, dafür viel Natur, ein vor der Sonne schützendes Piniendach, eine bescheidene Freidusche, ein öffentliches WC und … einen märchenhaften Strand!

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So ganz nebenbei: Wildcampen ist auf Korsika keine gute Idee. Die Korsen neigen ganz generell zur Selbstjustiz, wenn ihnen irgendwas nicht passt. Wir haben vor unserem Trip diesbezüglich einige Geschichten gehört und nun ein paar auch selbst erlebt. Beispielsweise sollte man nicht auffällig schlecht einparken, wer zu viel Platz beansprucht, muss mit aufgeschlitzten Reifen rechnen. Die korsischen Messer sind ja dem entsprechend berühmt. 😋

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Nein, wir haben natürlich keine Reifen zerstört, aber dafür die Mentalität der Korsen kennen und auch schätzen gelernt. Dieses kleine „Piraten“-Volk ist über seine gesamte Geschichte hinweg von Besitzansprüchen und Einflussnahme unterschiedlichster Regionalmächte betroffen und musste dabei immer auch seine Identität verteidigen. Auch wenn die Korsen wissen, dass  sie dem heutigen Tourismus sehr viel an positiver Entwicklung verdanken, wollen sie sich ihm dennoch nicht völlig „unterwerfen“. Selbstjustiz ist natürlich nicht zu rechtfertigen, aber wie immer ist es auch ein wenig so „Wie man in den Wald hinein schreit …“. Wer den Menschen hier mit Respekt begegnet, wird eigentlich immer freundlich behandelt. Dafür genügt meist schon der „Versuch“ ein paar Worte Korsisch (eine Mischung aus Französisch und Italienisch) zu sprechen.

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Bestes Beispiel dafür sind Lory und sein „Parkplatz“. Wir merken von Anfang an, dass die „Chemie“ stimmt und er uns als seine Gäste willkommen heißt. Obwohl alles sehr weitläufig und viel freier ist als auf einem typischen Campingplatz, hat Lory alles gut im Griff. Unaufdringlich aber selbstbewusst schafft er ein paar seiner eigenen Regeln, wer sich daran hält, gehört schnell zur „Familie“. Insgesamt entsteht dadurch eine tolle Community an Weltenbummlern und Freigeistern.

Wir werden eine ganze Woche bleiben, denn hier finden wir die beste Basis um einerseits die Gegend zu erkunden und andererseits vollkommen entspannt dem Müßiggang zu frönen.

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In unmittelbarer Umgebung befinden sich einige tolle Aussichtsgipfel …

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… das beeindruckende Bonifacio

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… und wir haben viel Zeit zum Chillen.

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Am Ende sind wir dann fast etwas zu entspannt, wir verschätzen uns um rund 2 Stunden bei der Abfahrtszeit unserer bereits fix gebuchten Fähre. Das beschert uns ein letztes Abenteuer auf Korsika. „Mit den Messer zwischen den Zähnen“ jagen wir („verrückt“ wie die Korsen) die Ostküste hinauf nach Bastia und schaffen doch noch eine Punktlandung.

Au revoir Porto-Veccio!

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Au revoir Corse!

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Hier geht’s zu Korsika – Der Film

Mir ist wichtig zu betonen, dass all unsere Geschichten persönliche Erlebnisse dokumentieren. Einschätzung wie z.B. die der „korsischen Mentalität“ sind etwas ironisch gemeint, sollen keinesfalls verallgemeinern und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Zu einigen Themen versuche ich mittels Links eine faktische Ergänzung.

 

 

 

 

2 Kommentare

  1. Thank you for the wonderful photos of your trip to Corsica. I don’t speak German but I remember very well the video and the pictures speak quite eloquently for themselves. No translation necessary! James Keys Houston

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